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Ich habe einen Bauplatz gekauft ("noch zu vermessende Teilfläche") und muss ihn vermessen lassen. Was muss ich dazu tun?

Der Bauplatz, den Sie gekauft haben, muss als (mindestens) ein eigenes Flurstück existieren. Ist das nicht gegeben, wird in einer entsprechenden Vermessung das Flurstück gebildet. Dazu muss ein schriftlicher Antrag bei einem Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur gestellt werden. Wichtig: Der Antrag darf nur vom Eigentümer, also in der Regel dem Verkäufer, gestellt werden. Dieser kann aber einen anderen bevollmächtigen, die Vermessung in seinem Namen zu beantragen. Eine Vollmacht für den Erwerber ist in manchen Kaufverträgen enthalten. Die Formulierung könnte so lauten: Der Veräußerer erteilt dem Erwerber hiermit Vollmacht, den Vermessungsantrag in seinem Namen zu stellen.

Trägt die Kosten nicht der Antragsteller, sondern z.B. der Käufer, so wird auch dessen Erklärung zur Kostenübernahme mit seiner Unterschrift benötigt.

Für die Antragstellung gibt es keine Formvorschrift, es genügt also ein einfacher Brief. Günstiger ist es oft jedoch, wenn gleich ein Antrag gemäß der Katastervermessungsvorschrift verwendet wird, da hier die erforderlichen Angaben übersichtlich eingetragen werden können.

Benötigt werden - je nach Art der Katastervermessung - folgende Angaben:

  • Antragsteller (Eigentümer, ggf. Behörde im Rahmen ihrer Aufgaben)
  • Kostenträger (falls nicht identisch mit dem Antragsteller)
  • betroffenes Flurstück, Gemarkung, Gemeinde, Kreis
  • Art der Katastervermessung (hier: Zerlegung, möglich wären auch Gebäudeaufnahme, Grenzwiederherstellung usw.)
  • weitere Angaben je nach Art der Vermessung:
    Zerlegung - Skizze mit der neuen Grenze, gewünschte Flurstücksgröße o.ä.,
    Gebäudeaufnahme - Datum der Fertigstellung des Gebäudes (bis zum 24.06.1991 oder danach errichtet),
    Grenzwiederherstellung - Skizze mit den Grenzpunkten (z.B. Markierung in der Flurkarte).
    Einige Angaben (z.B. der genaue neue Grenzverlauf) können im Laufe der Vermessung noch konkretisiert werden.

 

Sie können sich hier einen Antrag auf Katastervermessung und ein Beispiel für einen ausgefüllten Antrag als PDF-Datei herunterladen. Im Beispiel wird die Zerlegung eines Flurstückes beantragt, bei der der Erwerber der Teilfläche die Kosten übernimmt.
Sie müssen dieses Formular nicht verwenden, Sie können den Antrag auch mit eigenen Worten formulieren.
Sollten erforderliche Angaben bei der Antragstellung fehlen, so werden wir diese von Ihnen noch erfragen.

Aus dem Lexikon

An dieser Stelle möchten wir Ihnen gern einige Fachbegriffe vorstellen, die Ihnen eventuell noch nicht bekannt sind, Ihnen jedoch bei Ihrem Vorhaben sicher begegnen werden:

Grundstücksfläche im Sinne der BauNVO

Für die Ermittlung der zulässigen Grundfläche ist die Fläche des Baugrundstücks maßgebend, die im Bauland und hinter der im Bebauungsplan festgesetzten Straßenbegrenzungslinie liegt. Ist eine Straßenbegrenzungslinie nicht festgesetzt, so ist die Fläche des Baugrundstücks maßgebend, die hinter der tatsächlichen Straßengrenze liegt oder die im Bebauungsplan als maßgebend für die Ermittlung der zulässigen Grundfläche festgesetzt ist. [BauNVO §19 Abs.3]

Grenzfeststellung

Ist die Festlegung neuer Grenzen nach den Angaben des Eigentümers. Hierbei sind ggf. die vertraglich vereinbarten Festlegungen zwischen den Beteiligten zu beachten.

Vor der Novellierung der Katastervermessungsvorschriften im September 2003 war dieser Begriff anders belegt:

Schnurgerüst

Das Schnurgerüst zählt zur Baustelleneinrichtung. Bei einer Absteckung werden auf dem Schnurgerüst verlängerte Achsen oder Kanten des zur Bauausführung vorgesehenen Gebäudes gekennzeichnet, möglichst außerhalb des unmittelbaren Baugeschehens.

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